Die Flut | 1. Mose 6-9
Folge 5 von 15 in 1. Mose / Genesis
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Folge 5 – 1. Mose 6,9 – 9,29

Die Flut | 1. Mose 6-9

Genesis 6,9–9,29 berichtet von Noah, der Arche, der Flut und dem Bund, den Gott mit Noah und allem Leben schließt.

Folge5 von 15Bibeltext1. Mose 6,9 – 9,29Dauer00:14:11
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Die Flut | 1. Mose 6-9

Genesis 6,9–9,29 berichtet von Noah, der Arche, der Flut und dem Bund, den Gott mit Noah und allem Leben schließt.

1. Mose 6,9 – 9,29Folge 5 von 15

Fragen zum Bibeltext

  • Was berichtet Genesis 6 über Noah und den Bau der Arche?
  • Welche Ereignisse beschreibt der Text während der Flut?
  • Welches Zeichen setzt Gott nach der Flut in den Wolken?

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Vielleicht hast du als Kind auch mal ein Bild der Arche Noah ausgemalt. Ein rundes gemütliches Schiffchen, auf dem Giraffen und Elefanten fröhlich aus dem Fenster schauen, und am Himmel strahlt ein wunderbarer farbenfroher Regenbogen. Das ist das Bild, das die meisten von uns im Kopf haben, wenn sie an die Flut denken. Ein nettes, kindgerechtes Abenteuer. Aber wenn wir die Urgeschichte der Genesis aufmerksam lesen, begegnet uns eine völlig andere Geschichte. Eine Geschichte, die alles andere als gemütlich ist. Sie erzählt von einer kosmischen Katastrophe, von Gottes tiefen Schmerz über eine völlig aus den Fugen geratene Menschheit und von der radikalen Rückabwicklung der Schöpfung. Die Flut war kein sommerlicher Regenschauer, sie war eine Entschöpfung, das vorübergehende Zurücksetzen des Schöpfungswerks auf null. Wir befinden uns mitten in unserer ersten Staffel, die Grundlagen des Bundes. Und heute betrachten wir jenen gewaltigen Wendepunkt, an dem das Chaoswasser, das Gott in Genesis 1 getrennt hatte, wieder über der Erde zusammenbricht. Aber wir sehen auch, dass Gott seine Schöpfung nicht aufgibt. Er baut einen Rettungsraum, einen Ort, an dem das Leben das Gericht übersteht und der Weg bereitet wird für eine Neuschöpfung. In dieser Episode betrachten wir, warum das Gericht der Flut unausweichlich war. Wir entdecken in den Details der Arche erstaunliche Schattenbilder, die uns direkt zu Jesus Christus führen. Wir sehen, wie Gottes Zusage im Regenbogen uns heute die Angst vor der Zukunft nehmen kann. Und wir stellen uns der ehrlichen Realität, dass selbst eine weltweite Flut das tiefste Problem des Menschen nicht lösen konnte. Lass uns diesen Bericht ganz neu hören.

Um zu verstehen, warum die Flut kam, müssen wir die moralische Temperatur der damaligen Welt betrachten. Wie wir in der letzten Folge gesehen haben, war die Menschheit nach dem Sündenfall in einer dramatischen Abwärtsspirale. Die Erde war erfüllt von Gesetzlosigkeit, Ausbeutung und systematischer Gewalt. Die Sünde war kein punktueller Ausrutscher mehr, sondern ein alles durchdringendes System. Jedes Trachten der Gedanken des menschlichen Herzens war alle Zeit nur böse. Das ließ den Heiligen Schöpfer nicht kalt. Es schmerzte ihn in seinem Herzen. Doch Gott reagiert nicht mit einem plötzlichen unkontrollierten Wutausbruch. Er gewährt der Menschheit eine Frist vonzig Jahren. In dieser Zeit baut Noah an der Arche und wirkt als Heerrollt der Gerechtigkeit. Gott wartet in seiner Langmut geduldig, während sich das Maß der Bosheit füllte und die Umkehr verweigert wurde. Mitten in diesem dunklen Korridor der Geschichte erwählt Gott einen Mann Noah. Über ihn heißt es: Noah fand Gnade in den Augen des Herrn. Und dann erhält Noah den Bauauftrag. Die Arche war kein Schiff in modernen Sinn. Das hebräische Wort Tev bedeutet schlicht, Kasten oder Truhe. Es war ein Gefäß ohne Steuer, ohne Ruder, ohne Segel und Antrieb. Wer in dieses Gefäß hineinging, gab jede Eigenkontrolle vollständig ab. Man konnte die Arche nicht navigieren. Sie war völlig passiv, getragen allein von den Händen des Bundesgottes. Und dann bricht das Gericht herein. Der biblische Bericht beschreibt dies mit kosmischen Bildern. Die Quellen der großen Tiefe brachen auf und die Fenster des Himmels öffneten sich. Hier passiert exakt das Gegenteil von Genesis 1. Damals hatte Gott das Wasser oberhalb des Himmels Gewölbes von dem Wasser unterhalb getrennt, um einen trockenen, bewohnbaren Raum für das Leben zu schaffen. Jetzt fallen diese Grenzen. Das Chaoswasser stürzt von oben herab und bricht von unten empor. Die Schöpfung wird rückgängig gemacht, die Berge versinken, alles Leben stirbt. Nur dieses eine kleine steuerlose Gefäß, die TB, schwimmt auf den wilden Wassern. In ihr wird der Samen der ersten Schöpfung bewahrt. Weißt du, wo das Wort Tebar in der Bibel noch ein zweites Mal vorkommt? Bei dem kleinen Binsenkörbchen, in dem der neugeborene Mose auf dem Nil ausgesetzt wird. Beide Male ist es ein von Gott entworfenes schutzloses Gefäß, das den tödlichen Wassern ausgeliefert ist und doch durch Gottes Souveränität vollkommen bewahrt bleibt.

Nach 150 Tagen geschieht die große Wende. Die Schrift vermerkt es mit den Worten: "Da gedachte Gott an Noah." Das bedeutet nicht, dass Gott ihn vergessen hatte. Im biblischen Sprachgebrauch meint Gedenken immer, dass Gott nun aktiv eingreift, um seinem Bund treu zu sein. Und wie greift Gott ein? Er läst einen Wind über die Erde wehen. Im Hebräischen steht hier das Wort Ruach, der Atem, der Wind, der Geist Gottes. Das ist ein direktes Echo auf Genesis 1, Vers 2, wo der Geist Gottes über den Wassern des Urchaos schwebte. Der Schöpferwind bläst das Chaoswasser zurück. Die Trennungslinien zwischen Himmelswasser und Meereswasser werden wieder eingezogen. Das trockene Land erscheint. Es ist der majestätische Beginn einer Neuschöpfung. Noah verläßt die Arche auf dem Gebirge Ararat. Seine erste Handlung ist priesterlicher Natur. Er baut einen Altar und bringt Gott ein Brandopfer da. Gott riecht den wohlgefälligen Geruch des Opfers und spricht seinen Segen über Noah und seine Söhne aus. mit exakt denselben Worten wie einst bei Adam: "Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde." Und dann setzt Gott das Siegel auf diesen Neuanfang. Er schließt einen Bund mit Noah, seinen Nachkommen und der gesamten Schöpfung. Er verspricht bedingungslos, nie wieder eine weltweite Flut zu sinden. Als sichtbares Zeichen setzt er den Regenbogen in die Wolken. Der Bogen ist Gottes persönlicher Schwur, die physikalische Ordnung der Erde zu erhalten, solange sie besteht. Doch dieser glänzende Neuanfang trägt sofort wieder dunkle Flecken. Noah, der gottesfürchtige Held der Flut, pflanzt einen Weinberg. Er erntet die Trauben, kältert Wein, betrinkt sich und liegt entblößt in seinem Zelt. Die Sünde ist wieder da. Die neue Welt ist kaum trocken, da zeigt sich bereits die moralische Schwäche des neuen Stammvaters. Die alte sündige Natur hat die Flut unbeschadet in der Arche überstanden. Die Zerrüttung der Menschheit geht unvermindert weiter. Gott selbst bestätigt dies direkt nach der Flut, als er sagt: "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an.

Wenn wir diese Kapitel als Ganzes betrachten, stoßen wir auf die Grundlagen der biblischen Halsgeschichte. Die Arche ist ein faszinierendes Vorschattungsbild, das uns direkt auf Jesus Christus hinweist. Schau dir die biblischen Details an. Da ist zum einen die eine Tür der Arche. Es gab keinen anderen Zugang. Wer gerettet werden wollte, mußte durch diese eine Tür gehen. Jesus sagt im Johannesevangelium: "Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden." Und als Noah und seine Familie in die Arche traten, berichtet die Bibel: "Und der Herr schloss hinter ihm zu. Es war Gott selbst, der die Tür verriegelte. Ihre Sicherheit hing nicht von Noas Fähigkeit ab, die Tür festzuhalten, sondern von Gottes souveräner Bewahrung. Das ist das Bild unserer unerschütterlichen Errettung in Christus. Ein weiteres Detail ist das Pech, mit dem die Arche innen und außen bestrichen werden musste, um die Flutwasser abzuweisen. Das hebräische Wort für Pech ist Kof und das Verb für bestreichen heißt Kafar. Das Spannende daran ist, dies ist exakt dieselbe hebräische Wortwurzel, die wir im gesamten Alten Testament für Sühnung oder Versöhnung finden, wie im Wort Yom Kipur, dem Versöhnungstag. So wie das Pech die Flutwasser des Gerichts abhielt, so bedeckt und versiegelt das Sühne Opfer Christi Gericht Gottes über unsere Sünde. Doch Noas Fall im Weinberg zeigt uns auch, das Wasser der Flut konnte die Sünde nicht abwaschen. Noah war nicht der wahre Retter. Wir brauchen keine bloße Säuberung des Lebensumfeldes. Wir brauchen ein neues Herz, einen neuen Bund, den Jesus Christus durch sein eigenes Blut gestiftet hat.

Was machen wir nun mit dieser gewaltigen Erzählung in unserem persönlichen Leben? Ich möchte dir heute zwei praktische Gedanken mitgeben. Erstens, worauf vertraust du, wenn die Fluten in deinem Leben steigen? Manchmal erleben wir persönliche Entschöpfungen. Lebensbereiche, die wir mühsam geordnet haben, brechen plötzlich zusammen. Eine Krankheitsdiagnose, der Verlust eines geliebten Menschen oder das plötzliche Ende einer Lebensplanung. Das Chaoswasser bricht von allen Seiten herein. In solchen Momenten versuchen wir oft verzweifelt, das Steuer herumzureißen. Aber erinnerst du dich an die Arche? Sie hatte kein Steuer. Manchmal ruft Gott uns mitten in der Krise dazu auf, die Kontrolle ganz abzugeben, uns in seine Arche der Gnade zu legen, zu wissen, er steuert. Er gedenkt an uns, auch wenn wir nichts mehr tun können, du darfst in seiner Zusage ruhen. Und zweitens, wie gehst du mit Zukunftsängsten um? Wir leben in einer Welt, die von tiefen Sorgen und Ängsten geprägt ist. Existenzängste, Angst vor Kriegen, Angst vor dem Zusammenbruch unserer Systeme. Doch der Noah Bund ist ein unerschütterlicher Anker. Jedes Mal, wenn der Regenbogen am Himmel steht, erinnert Gott uns an seine feste Zusage. Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Gott garantiert souverän, dass er die physikalische Schöpfung so lange erhält, bis sein Heilsplan am Ziel ist. Deine Zukunft liegt nicht in den Händen von blinden Zufällen oder Krisen. Sie liegt in den Händen des Bundesgottes. Du darfst diese Angst loslassen und seiner Treue vertrauen. Ich fordere dich heraus. Nimm in dieser Woche selbst deine Bibel in die Hand. Li den Sinnflutbericht in Mose Kapitel 6 bis 9 ganz in Ruhe für dich durch. Achte auf Gottes Geduld, seine Treue und das Bundessiegel. Lass dich von der Tiefe des Textes stärken. Schön, daß du heute dabei warst bei Alpha Scriptura, die Bibel entdecken. Ich hoffe, dass dir dieser Blick auf die Flut hilft, Gottes rettende Treue ganz neu zu begreifen. In der nächsten Episode werden wir sehen, wie sich die Menschheit ausbreitet nach der Flut und wir werden auf den nächsten großen Versuch stoßen, ohne Gott ein bleibendes Denkmal zu bauen, den Turm von Babel. Wir werden sehen, warum dieses gigantische Projekt an einem einzigen Tag in sich zusammenbrach. Wenn dir diese Folge geholfen hat, Gottes Wort tiefer zu verstehen, dann teile sie doch mit jemandem, der heute Ermutigung braucht.

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