Johannes · Folge 3 · 11:33 Audio

Brot und Licht | Johannes 5–9

Was trägt uns, wenn wir Orientierung brauchen? In Johannes 5–9 heilt Jesus am Teich Bethesda, speist Tausende und spricht vom Brot des Lebens und vom Licht der Welt. Die Folge begleitet auch den Blindgeborenen, der sehend wird und trotz Widerstand zu Jesus steht.

Die Folge als Video

10:59 Video

Brot und Licht | Johannes 5–9

Beim Laden des Videos wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt. Hinweise dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Aus dem Podcast

Gedanken aus der Folge

Prüfe diese Gedanken am Bibeltext. Gottes Wort bleibt maßgeblich.

Selbst nachlesen

Mit offener Bibel hören

Lies den Abschnitt Johannes 5–9 in deiner Bibel. Nimm dir Zeit, den Worten des Textes nachzugehen und die Gedanken aus der Folge daran zu prüfen.

Fragen zum Bibeltext

  1. Was sagt Jesus in Johannes 5,17 über seinen Vater und sein eigenes Wirken?
  2. Wie reagiert Petrus in Johannes 6,68–69, als viele Jünger Jesus verlassen?
  3. Wie entwickelt sich das Bekenntnis des Geheilten in Johannes 9, und wie begegnet Jesus ihm nach seinem Ausschluss?
Transkript der Podcastfolge lesen

Redaktionell aufbereitetes Transkript. Maßgeblich bleibt die veröffentlichte Audiofolge.

Was trägt uns und gibt Orientierung?

Woher nimmst du die Kraft, wenn alles um dich herum unsicher wird? Wenn Entscheidungen anstehen, auf die du keine Antwort hast. Wenn du spürst: Ich brauche etwas, das mich trägt – und zwar von innen heraus.

In den Kapiteln fünf bis neun des Johannesevangeliums sagt Jesus zwei Sätze, die genau dort ansetzen. Der erste: Ich bin das Brot des Lebens. Der zweite, gesprochen im Tempel:

„»Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, das zum Leben führt.«"

Brot und Licht. Nahrung für die Seele und Orientierung für den Weg. Beides bietet Jesus an – und beides kostet etwas.

Willkommen bei Alpha Scriptura – Die Bibel entdecken. Heute setzen wir unsere Reihe durch das Johannesevangelium fort.

In diesen fünf Kapiteln spitzt sich das Geschehen dramatisch zu. Johannes nimmt uns mit von Fest zu Fest: von einem Fest in Jerusalem über das Passahfest bis zum herbstlichen Laubhüttenfest in Jerusalem. Jesus heilt Kranke, speist Tausende und schenkt einem Blinden das Augenlicht. Aber je deutlicher er zeigt, wer er ist, desto heftiger wird der Widerstand.

Die Heilung am Teich Bethesda

Das Geschehen beginnt in Jerusalem, am Teich Bethesda. Unter fünf Säulenhallen liegen Kranke – Blinde, Gelähmte und Menschen mit verkrüppelten Gliedmaßen.

Unter ihnen ein Mann, der seit achtunddreißig Jahren krank ist. Achtunddreißig Jahre. Jesus tritt an sein Lager und stellt ihm eine überraschend direkte Frage: Willst du gesund werden?

Der Kranke erklärt, dass ihn niemand rechtzeitig ins Wasser trägt. Immer kommt ihm ein anderer zuvor.

Jesus braucht kein Wasser und keine Helfer. Er sagt: Steh auf, nimm deine Matte und geh! Und im selben Moment steht der Mann auf. Achtunddreißig Jahre war er krank. Und jetzt steht er. Er rollt seine Matte zusammen. Er geht. Einfach so.

Aber dieser Tag ist ein Sabbat – der jüdische Ruhetag. Und was folgt, ist bezeichnend: Die führenden Männer beanstanden, dass er am Sabbat seine Matte trägt. Als sie Jesus zur Rede stellen, antwortet er mit einem Satz, der alles verändert:

„»Mein Vater hat bis heute nicht aufgehört zu wirken und deshalb wirke ich auch.«"

Mein Vater. Jesus nennt Gott seinen eigenen Vater und stellt sich damit auf dieselbe Stufe. Danach, schreibt Johannes, versuchen sie erst recht, ihn zu töten.

Das Brot des Lebens

Wenig später wechselt die Szene nach Galiläa. Das Passahfest naht. Über fünftausend Menschen folgen Jesus auf einen Berg am See Genezareth. Es gibt nichts zu essen – außer fünf Gerstenbrote und zwei Fische, die ein Junge dabeihat.

Jesus nimmt das Brot, dankt und teilt es aus. Alle werden satt. Am Ende sammeln die Jünger zwölf Körbe voll Reste ein.

Die Menge ist begeistert. Sie wollen Jesus mit Gewalt zum König machen. Jesus durchschaut das sofort und zieht sich auf den Berg zurück.

In der folgenden Nacht geraten die Jünger auf dem See in einen Sturm. Da sehen sie Jesus im Dunkeln über das Wasser gehen. Er gibt sich zu erkennen und spricht ihnen Mut zu.

Am nächsten Morgen holen die Leute Jesus ein. Sie wollen mehr Brot, mehr Zeichen. Jesus hält ihnen vor, dass sie ihn suchen, weil er sie satt gemacht hat. Er fordert sie auf, nach dem zu suchen, was zum ewigen Leben führt.

Sie fordern ein Wunder wie das Manna in der Wüste. Da sagt Jesus:

„»Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie wieder hungern. Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.«"

Ich bin das Brot des Lebens. Jesus bietet sich selbst an – als Nahrung für die Seele. Wer ihm vertraut, empfängt ein Leben, das über den Tod hinausreicht.

Bei Jesus bleiben

Für viele ist das zu viel. Besonders seine Worte über das Essen seines Fleisches und das Trinken seines Blutes stoßen auf Widerspruch. Viele seiner Jünger wenden sich ab und folgen ihm nicht mehr.

Jesus wendet sich an die Zwölf und fragt, ob auch sie weggehen werden.

Simon Petrus antwortet:

„»Herr, zu wem sollten wir gehen? Nur du hast Worte, die ewiges Leben schenken. Wir glauben und haben erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.«"

Herr, zu wem sollten wir gehen? Petrus bekennt sein Vertrauen zu Jesus und nennt ihn den Heiligen Gottes. In seinen Worten liegt die Überzeugung: Bei Jesus finde ich das ewige Leben.

Und genau an dieser Stelle wird das Ganze persönlich. Wir kennen das doch: Wir suchen Erfüllung in Karriere, in Beziehungen, in Anerkennung – und merken irgendwann, dass nichts davon den tiefen Hunger stillt. Die Menschen suchten Jesus, weil sie satt geworden waren, und hatten ihn zum König machen wollen. Jesus bietet etwas anderes an: sich selbst. Sein ganzes Leben. Seine Hingabe. Daraus ergibt sich auch für uns die Frage: Wollen wir weggehen – oder bei ihm bleiben?

Ströme lebendigen Wassers

Zurück in Jerusalem. Es ist die Zeit des Laubhüttenfestes, das an Israels Leben in der Wüste erinnert. Die später aufgezeichnete jüdische Mischna beschreibt dazu ein Wasserritual im Tempel: Wasser aus dem Teich Siloah wurde zum Altar gebracht und dort ausgegossen.

Am letzten, dem großen Festtag, tritt Jesus vor die Menge und ruft mit lauter Stimme:

„»Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken! Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen, wie es in der Schrift heißt.«"

Johannes erklärt: Jesus meinte damit den Heiligen Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben. Das Wasserbild lässt an Gottes Versorgung denken. Jesus lädt die Durstigen zu sich ein; Johannes verbindet diese Einladung ausdrücklich mit der Gabe des Geistes.

Das Licht der Welt und die Wahrheit

Im Tempel spricht Jesus von sich als dem Licht der Welt. Er lehrt im Bereich der Schatzkammer.

Zu den Menschen, die nun an ihn glauben, sagt er:

„»Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.«"

Seine Gesprächspartner berufen sich auf ihre Abstammung von Abraham und behaupten, nie Sklaven gewesen zu sein. Jesus spricht von der Sklaverei der Sünde und davon, dass der Sohn frei macht. Später erklärt er, schon vor Abrahams Geburt da gewesen zu sein. Die Zuhörer greifen nach Steinen. Jesus verlässt den Tempel.

Der Blindgeborene wird geheilt

Unterwegs begegnet ihm ein Mann, der von Geburt an blind ist.

Die Jünger fragen, ob die Sünde des Mannes oder seiner Eltern die Ursache seiner angeborenen Blindheit ist.

Jesus weist diese Erklärung zurück. An dem Mann soll Gottes Kraft sichtbar werden.

Jesus spuckt auf den Boden, macht einen Brei aus Lehm und streicht ihn auf die Augen des Blinden. Dann schickt er ihn zum Waschen zum Teich Siloah. Siloah bedeutet: Gesandter.

Der Mann geht, wäscht sich – und kommt sehend zurück. Später betont der Geheilte, dass noch niemand von einem solchen Wunder gehört hat.

Unter den Pharisäern entsteht Streit: Einige werfen Jesus vor, am Sabbat gearbeitet zu haben. Andere fragen, wie ein Sünder solche Wunder tun könnte. Sie verhören den Geheilten. Sie zitieren seine verängstigten Eltern. Sie setzen ihn massiv unter Druck: Er soll Jesus als Sünder verurteilen.

Der Mann bleibt standhaft. Seine Antwort ist klar:

„»Ich weiß nicht, ob er ein Sünder ist«, erwiderte der Mann. »Aber eins weiß ich: Ich war blind, und jetzt kann ich sehen!«"

Nachdem der Mann Jesu Wirken verteidigt hat, werfen die Pharisäer ihn aus der Synagoge. Schon vorher hatten die führenden Männer allen, die Jesus als Christus bekennen, den Ausschluss angedroht.

Jesus sucht den Geheilten

Als Jesus hört, was geschehen ist, sucht er den Mann persönlich auf. Er lässt ihn nicht allein. Er fragt ihn nach seinem Glauben an den Menschensohn.

Der Mann möchte wissen, wer der Menschensohn ist, damit er an ihn glauben kann.

Jesus gibt sich ihm als der Menschensohn zu erkennen.

Da bekennt der Mann seinen Glauben, fällt vor Jesus nieder und betet ihn an.

Dieser Mann konnte sein ganzes Leben lang nicht sehen. Und jetzt sieht er – mit den Augen und mit dem Herzen. Am Ende spricht Jesus über geistliche Blindheit und Schuld. Darin liegt eine ernste Frage an uns: Sind wir bereit, uns von ihm zeigen zu lassen, wo wir blind sind?

Fragen für deine Woche

In unserer Staffel über die Grundlagen des Bundes sehen wir hier, wovon unser Glaube lebt: Jesus Christus ist die Nahrung, die unsere Seele sättigt, und das Licht, das uns Orientierung gibt. Echter Bund mit Gott wächst aus dem Vertrauen auf sein Wort.

Wovon ernährst du deine Seele? Suchst du bei Gott praktische Hilfe für deine Pläne – oder sehnst du dich nach ihm selbst, nach seiner Person, nach dem Brot, das wirklich satt macht?

Wo brauchst du sein Licht? Bei welcher Entscheidung, in welcher Beziehung, an welchem Punkt deines Lebens darf seine Wahrheit das Dunkel erhellen?

Und hast du den Mut, zu deinem Glauben zu stehen – wie der geheilte Blinde? Der Mann berichtet von seiner Heilung. Später bekennt er seinen Glauben an Jesus und betet ihn an.

Lies in dieser Woche die Kapitel fünf bis neun im Johannesevangelium. Nimm dir Zeit dafür.

Bis zum nächsten Mal bei Alpha Scriptura – Die Bibel entdecken. Der HERR segne dich.

Wähle eine Folge zum Hören
0:000:00